Schottischer Whisky
Der Schottische Single Malt Whisky besticht durch einen hohen Grad an Individualität. Jede Region, jede Destillerie, jeder Whisky hat seine eigenen Merkmale was Geschmack und Aroma betrifft.
Ein torfiger, erdiger, nach Medizin schmeckender Islay Whisky explodiert förmlich auf der Zunge, während ein Speyside Whisky blumig, honigartig schmeckt und oftmals Sherry Aromen besitzt. Im Frühling oder auch als Aperitif eignet sich z.B. ein leichter, dreifach destillierter Lowland Whisky. Ein Highland Whisky vereint Aromen aller Regionen, kräftig mit leichtem bis starkem Rauch, aber auch Heidekraut Aromen sind zu finden.
Letztlich hat jeder Single Malt Whisky seine Berechtigung. Für jeden Malt gibt es den richtigen Moment, abhängig von der eigenen Stimmung, der Jahres- oder Tageszeit und natürlich der eigenen Vorliebe. Auf diese Weise kann man Schottland und seine Regionen durch das Glas genießen und entdecken.
Einige der bekanntesten Destillerien sind: Glenmorangie, Glenfarclas, Talisker, Laphroaig, Glenfiddich, Ardbeg.
Irischer Whiskey
Nach wie vor erfreut sich Irischer Whiskey weltweit größter Beliebtheit. Hauptgrund dafür ist der samtige, weiche und dennoch aromatische Geschmack. Dies macht ihn für eine breite Schicht zugänglich.
Anders als in Schottland (zweifach) wird in Irland hauptsächlich dreifach destilliert. Dadurch werden mehr Fuselöle aus dem Destillat entfernt, und der Whiskey wird reiner und milder. Bei der Trocknung des Malzes wird, anders als in Schottland, weitestgehend auf Torf verzichtet und durch Kohle ersetzt. Das Ergebnis ist ein harmonischer Charakter. Leider sind von einstmals 2000 Brennereien nur noch 3 aktive übrig geblieben. Im Zuge des allgemeinen Whisk(e)y Booms werden dort inzwischen zahlreiche Marken wiederbelebt. So bekommen der Reiz und die Faszination des Irischen Whisky neue Nahrung. Einige der bekanntesten Irischen Whiskeys sind: Jameson, Bushmills, Paddy, Tullamore Dew, Connemara.
Amerikanischer Bourbon
Bourbon Whiskey ist mit Sicherheit die wichtigste Spirituose in Amerika, wenn auch nicht die Erste. Erst mit der Flucht keltischer Nachkommen aus Großbritannien – Anfang des 18. Jahrhunderts - entwickelte sich die Destillation von Getreide in größerem Rahmen. Traditionell wird in Tennessee und Kentucky Whiskey gebrannt. Der Name entstammt dem Bourbon County in Kentucky.
Für die Bourbon Whiskey Herstellung ist ein Anteil von mindestens 51% Mais erforderlich. Im Zusammenhang mit der Nutzung von frischen Eichenfässern ergibt sich ein völlig anderes Geschmackserlebnis als in Schottland. Hier stehen weiche, süße Vanilletöne im Vordergrund.
Kommt der Whiskey aus Tennessee, kommt zum Mais noch ein Anteil von mindestens 20% Roggen, Weizen oder Gerste hinzu.
Nach einmaliger Nutzung werden die Eichenfässer an schottische und irische Destillerien verkauft.
World Whisky
Neben den traditionellen Whisky Nationen, Canadian Whisky ist hier mit zu nennen, haben sich in den letzten Jahren auch andere Länder etabliert. Hierbei lohnt vor allem ein Blick nach Japan. Seit 1923 wird hier Whisky produziert. Schottischer Whisky diente bei der Herstellung als Vorbild. In Japan ist Whisky ein absolutes Kultgetränk. Inzwischen werden Japanische Whiskys in ausgezeichneter Qualität auch in Europa angeboten. Auch einige schottische Destillerien gehören japanischen Konzernen. Bekannte Japanische Whiskys: Suntory Yamazaki, Nikka
Ein weiteres Whisky Land ist Indien. Als ehemalige britische Kolonie sind Kenntnisse und Fertigkeiten der Herstellung bekannt. Nach dem Ende der Kolonialzeit (1948) begannen sie mit der Herstellung von Amrut, dem wohl bekanntesten Indischen Whisky. Der Name ist der indischen Mythologie entnommen. Über die Qualität ist viel diskutiert worden. Fakt ist, dass verschiedene Abfüllungen bei Blindverkostungen die schottischen oder irischen Vertreter ausgestochen haben. Bekannte Indische Whiskys: Amrut Single Malt, Amrut Cask Strenght
Auch Deutschland hat sich zu einem Whisky Land entwickelt. Ob Spreewald, Harz, Schwaben oder Oberbayern, im ganzen Land sind Destillerien zu finden. Ältere Abfüllungen sind allerdings erst in einigen Jahren (z.B.: Brennerei Slyrs erst 2015 ein 12jähriger Whisky) zu erwarten. Dennoch ist die Qualität einiger Destillate sehr hoch. Bekannte Deutsche Whiskys: Raritas Diaboli, Slyrs Malt Whisky, Glen Els
Die Anzahl an Whisky herstellenden Ländern hat sich unglaublich erhöht. Ganz Skandinavien, Frankreich, Neuseeland, Belgien, Taiwan...
Lassen Sie sich von dieser Vielfalt nicht verwirren, hören Sie auf Ihren Geschmack.
Whisky – ein Fass ohne Boden
Für die Lagerung von Whisky werden unterschiedlichste Fassarten genutzt. Der amerikanische Bourbon muss z.B. in Fässern aus frischer Eiche gelagert werden. Die cleveren Schotten nutzen dann die gebrauchten Bourbon Fässer für ihre Destillate.
Die Fassart trägt einen großen Anteil zur Aromenbildung des Whisky bei. Und das ist auch der Grund warum immer neue und exotischere Fässer auftauchen. Mögen Sherry Fass und Portwein Fass klassische Vertreter sein, so mutet ein Chateau Petrus Fass oder ein Margeaux Fass doch erst einmal ungewöhnlich an.
Die Liste an Fassarten ließe sich noch sehr weit fortführen. Letztlich dient alles der Suche nach Individualität der Aromen.